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Rock im Park 2004

Und wie bereits letztes Jahr beschlossen, ging es auch dieses Jahr wieder an nach Nürnberg zu Rock im Park. Und das, obwohl es sich als noch stressiger als vermutet herausstellte.

Noch einmal von Anfang an, ich hatte bis kurz vor RiP, genaugesagt bis zum 28.05. ein Praktikum im Rahmen meiner Ausbildung in der Erziehungshilfe. Das Praktikum war ziemlich stressig und verdrängte irgendwie die Vorfreude auf Rock im Park.

Auch als Pia und ich am Dienstag vor dem Wochenende einkaufen gegangen sind, um uns mit dem einzudecken was man für RiP so alles benötigt (also jede Menge Cornflakes Smile ) ließ die Vorfreude auf sich warten. Achso für alle, die meinen Bericht von 2003 nicht kennen: Wir fuhren mit dem Wohnmobil nach Nürnberg, das hatte so unglaubliche Vorteile wie einen Kühlschrank. Und auch wie letztes Jahr begleitete uns Hatti (Pia's Dad) wieder nach NBG. Dieses Jahr dann aus reinem Eigeninteresse, denn dieses Jahr hatten Pia und ich bereits unseren Führerschein. Letztes Jahr war Hatti so nett uns zu fahren da wir Führerscheintechnisch noch nicht ausgestattet waren.

Nachdem wir beschlossen hatten, dass wir am Donnerstag morgen losfahren wollten, gab es dann mal wieder einige Probleme. Der Chef von Hatti hatte seinen Urlaubsantrag "vergessen", also beschloss Hatti krank zu feiern. Und schon rief der Chef am Donnerstag Morgen an und brüllte auf den Anrufbeantworter. Nun gut, Hatti rief zurück bestand aber auf den Donnerstag und den Freitag als Urlaubstag und verzichtete dafür auf den Montag, den er ursprünglich auch frei haben wollte.
Das nächste Problem war dann meine Praktikumsmappe die ich Morgens ausdrucken wollte. Aber unser Drucker spackte rum, also zog ich die Datei auf Diskette und fuhr zu Pia um die Mappe dort auszudrucken. Dumm nur, dass PIa kein Word hatte, sondern nur so ein Öddel Programm. Damit verschob sich meine ganze ursprüngliche Formatierung und ich war 1 1/2 Stunden damit beschäftigt, die Mappe neu zu formatieren. Klaro, das sich allein dadurch schon die Abfahrt um einiges nach hinten verschob. Doch dann endlich nach 1 1/2 Stunden nervenaufreiben konnte ich endlich meine Mappe ausdrucken. Anschließend ging es wieder nach Hause - Klamotten packen! Jawoll, ich hatte noch nichts gepackt... Und die Uhrzeit schritt immer weiter voran.

Um 12.00 Uhr war es dann endlich soweit, die Fahrt nach Nürnberg ging los. Es wurde aber auch Zeit, schließlich hatten wir eine lange Reise vor uns. Letztes Jahr sind wir immerhin 9 Stunden gefahren.
Ich legte mich nach oben in die Schlafkabine über der Fahrerkabine und döste vor mich hin. Langsam spürte ich etwas, was sich mit dem Wort "Vorfreude" beschreiben lässt. Vielleicht hat sie so lange auf sich warten lassen, weil für mich das Line Up im Gegensatz zum letzten Jahr um einiges schwächer war. Und nein, ich meine jetzt nicht, dass das Line Up 2003 besser war wegen Metallica und Iron Maiden, wie so viele andere es sagen (gut, ich gebe zu, dass Metallica wirklich gut waren aber Iron Maiden dagegen hatte ich gar nicht gesehen, da zeitgleich Silverchair spielten.) Letztes Jahr war das Line Up für mich so gut wie perfekt und es wird schwer werden, es bandmäßig zu toppen.

Ok weiter im Text. Als wir um 20.00 Uhr in Nürnberg ankamen und auch unseren Stammparkplatz vom letzten Jahr wieder eingenommen hatten, gingen Pia und ich gleich los um unser Bändchen zu holen. Zuvor hatten wir noch mit ThaRage ausgemacht, dass wir uns auf dem Campingplatz treffen.
Pia und ich sind los zur C1 Kasse (glaube ich jedenfalls das die so hieß, naja es war halt die Kasse bei der Esso Tankstelle.) Dort standen nur ein paar Leute und haben vor der Absperrung gewartet, die die Securitys verschlossen hatten. Nachdem wir vielleicht 10 Minuten vor der Absperrung warteten, wurde die Absperrung geöffnet und wir konnten auf's Gelände. Da wir nur eine kleine Tasche dabei hatten, gab es für die Secs nicht viel Arbeit und wir konnten uns unser heißersehntes Bändchen holen. Das dieses absolut häßlich war in seiner hellblauen Farbe, muss man ja auch mal erwähnen. Im übrigen war auch die Qualität der 2003 Bänder um einiges besser. Dreist war es dann, als wir 5€ für Müllpfand bezahlten und der Typ voll vergessen (?!) hatte uns unsere Pfandchips zu geben. Hätten wir selber daran nicht gedacht und ihn darauf angesprochen, hätten wir die Arschkarte gehabt und halt keine Chips bekommen. Gerade Leute die das erste Jahr bei RiP sind, werden darauf sicher nicht so achten bzw. vergessen es. Nachdem wir nun die Mülltüten in unseren Hosentaschen verstaut hatten gingen wir weiter. Unser Ziel war C4, aber wir hatten keinen Plan wo das sein sollte. Als wir dem Hauptweg folgten, sahen wir bereits von weiten eine Gruppe mit Parkrocker Shirts. Es waren Balu, Festivalgod, KingPin und noch mehr. Wir gesellten uns zu ihnen und sie haben sogar Pia gleich erkannt, was Pia sehr verwunderte schließlich ist sie nicht alzuoft im Parkrocker Forum. Wir fragten sie nach C4 und da Festivalgod eh dorthin musste, machten wir uns alle auf den Weg zum C4 direkt zum Parkrocker Stützpunkt. Da dort von ThaRage (oder irgendwem anders) keine Spur war, beschlossen wir (Pia und ich) uns auf den Weg zu machen um schon mal die Bühnen zu suchen. Schnell hatten wir sie gefunden und dann kam auch schon ein Anruf von Treasa und So_lero, wir wollten uns am Eingang der Alternastage treffen. Dummerweise hatte die Alterna zwei Eingänge und Treasa und So_lero standen natürlich genau an dem anderen Eingang wie wir. Nach einem weiteren Telefonat war der neue Treffpunkt dann die Treppe am Talent Forum. Dort hatten wir uns dann auch gefunden. Zusammen gingen wir noch ein bisschen durch die Gegend ehe wir zurück zu PR Stützpunkt gingen. Auf dem Rückweg trafen wir dann auf ThaRage und wir gingen gemeinsam zum Stützpunkt. Dort trafen wir auch Leni, Marienkefa und KuB. Der hatte wohl schon einiges intus, als er auf uns zukam, mich erst einmal umarmte und mit reden gar nicht mehr aufhörte. Als er dann fragte, wo wir campen und wir ihm sagten, dass wir Mit dem Wohnmobil auf einem Parkplatz an der großen Straße stehen meinte er nur ganz trocken zu uns, ob wir schwul seien, dass wir mit einem Wohnmobil hier wären. Das konnte er wirklich absolut nicht verstehen. Später gesellten sich auch noch caruso und noch einige andere Parkrocker zu uns (sorry, ich weiß nicht mehr wer noch alles kam aber ich glaube es waren Zonga, Pride, Oidi...es ist alles schon so lange her, ich weiß es nicht mehr). Von Treasa und So_lero hatte ich eine Parkrocker Shirt geschenkt bekommen, ich hatte mich super gefreut. Denn ich hatte mich vorher so geärgert, dass ich mir selber keins leisten konnte. Irgendwann so gegen 23.00 Uhr sind Pia und ich dann zurück zum Wohnmobil gegangen. Dort aßen wir eine Portion Cornflakes und ich war endlich richtig schön in RiP Stimmung.

Am nächsten Morgen sind wir Mittags aufgestanden und haben geduscht und Cornflakes gegessen. Selbstverständlich hatte ich mein neues Parkrocker Shirt angezogen. Danach gingen wir zum C4 um von dort aus gemeinsam mit einigen Parkrockern zur Centerstage zu gehen wo Static-X als Opener spielten. Wir ergatterten einein Platz vor dem 1. Wellenbrecher, also in diesem geschlossenen Bereich. Wow, gleich das erste Konzert von Rock im Park von so einer geilen Band. Auffällig war wie immer die Frisur vom Sänger. Static-X spielten u.a. I'm with stupid und destroy all und meiner Meinung nach waren sie als Opener der Centerstage völlig überqualifiziert.
Nach Static-X spielten die Donots auf der Centerstage. Und wie erwartet waren sie einfach nur genial! Der Sound war ganz ok und sie gaben u.a. we’re not gonna take it, saccarine smile, hero, whatever happened to the 80’s, we got the noise und big mouth zum besten. Bei big mouth stand dann plötzlich der Drummer von den Toten Hosen auf der Bühne. Das ist doch mal eine gute Idee „changing band members“. Jedenfalls spielte der DTH Drummer bei den Donots big mouth und sogar bei den Beatsteaks sollten wir ihn noch einmal sehen. Aber gut, soweit war es ja noch nicht. Der Donots-Sänger hat irgendwann während des Konzerts gefragt, ob die Kamera und die Leinwände an sind. Als das bejaht wurde, meinte er, dass dies nun eine politische Attitüde an George W. Bush sei und zog seine Hose runter um uns sein Hinterteil zu präsentieren. Das war sehr zur Freude von Pia Smile

Nachdem die Donots ihren Gig beendet hatten gingen wir zur Alterna um uns Drowning Pool anzusehen. Als wir über die Wiese schlenderten trafen wir Treasa & So_lero, doch wir gesellten uns nur kurz zu ihnen und gingen dann weiter nach vorne. Dort sprach mich EddiVedder an. Er hatte mich an meinen Parkrocker Shirt erkannt (Hey man die haben echt wiedererkennungswert!). Wir quatschten kurz und dann gingen Pia & ich zur Bühne. Drowning Pool spielten sinner, doch was ich gerne noch gehört hätte nämlich Bodies wurde leider nicht gespielt. Vielleicht hatte es etwas mit dem Selbstmord des ehemaligen Sängers zu tun. Ich hatte irgendwo (im EMP Katalog?) gelesen, dass sich die Band dazu entschieden hatte, einige songs nicht mehr zu spielen, da daran zu viele Erinnerungen an dem alten Sänger waren.
Nach Drowning Pool spielten Dover (was Pia anscheinend nicht ganz bewusst war, doch dazu später)von denen weder Pia noch ich irgendwas gehört hatten. Wir wollten nur bei der Alterna bleiben, weil dort später Beatsteaks und Bad Religion spielten.
Wie gesagt, wir hatten keine Ahnung was uns erwartete...das Dover eine Sängerin hat, hätte man mich vorwarnen sollen. Ach du scheiße, meine armen Ohren! Mir gefiel diese Band überhaupt nicht. Und als Pia zu mir sagte: „Je länger ich diese Band höre, desto mehr freue ich mich auf Dover.“ Das hat mich verwirrte mich vollkommen, schließlich sind das doch Dover und schaute Pia nur verständnislos an. Sie dachte, ich hätte akustisch nicht verstanden was sie gesagt hatte und wiederholte es. Ein weiterer verwirrter Blick von mir. Pia wiederholte den Satz erneut und ich sagte zu ihr: „Ich habe dich akustisch schon verstanden, ich verstehe bloß den Sinn nicht.“ Daraufhin sagte Pia ihren Standartsatz noch einmal und ich antwortete ihr: „Das sind Dover!“ Oha, da hatte Pia also keinen Plan gehabt wer dort grade auf der Bühne stand. Naja ist ja nicht so schlimm.
Wir waren jedenfalls beide froh, als Dover ihren Auftritt beendeten und nach einer kurzen Umbaupause die Beatsteaks auf der Bühne standen. Und wie bereits bei dem Gig der Donots, kam auch bei den Beatsteaks der Drummer der Toten Hosen, diesmal um let me in zu spielen. Ansonsten spielten die Beatsteaks u.a. hand in hand, summer und so lonely (ein Cover von The Police). Nachdem wir bei den Beatsteaks bereits in der 1. Reihe standen, ließen wir uns selbstverständlich auch bei Bad Religion nicht von diesem Platz verdrängen. Auch nicht als eine Mutter mit ihren beiden Kindern (vielleicht so im Alter von 11/12 Jahren) ankam. Klaro, die Kinder haben wir in die 1. Reihe gelassen, schließlich sind wir soziale Menschen. Nun ging in der 1. Reihe nix mehr, es war einfach nur super eng. Und plötzlich wollte die Mutter (die nicht grade klein war) auch dazukommen. Das sahen Pia und ich dann aber nicht mehr ein, es gab sowieso keinen Platz und außerdem konnte sie jawohl in der 2. Reihe direkt hinter ihren Kindern stehen. Das wollte sie aber partout nicht und quetschte sich zu ihren Kindern (wie sie das schaffte frage ich mich bis heute). So wurden Pia und ich noch ein Stückchen weiter von der Bühnenmitte zum Rand abgeschoben wie es eh schon der Fall war wegen ihren Kindern.
Dann kamen endlich Bad Religion auf die Bühne. Der Sound war der schlechteste den ich bei RiP dieses Jahr erlebt hatte. Den Sänger konnte man wirklich fast überhaupt nicht verstehen, wenn man mal einen Wortfetzen verstand, war das schon gut. Ich fand’s richtig schade, weil die Band einen besseren Sound verdient hat. Die Songs konnte man nur an der Melodie erkennen und was ich da raushören konnte war punk rock song, stranger than fiction, los angles is burning, infected, sorrow und ich glaube sie haben auch american jesus gespielt, da bin ich mir aber nicht sicher. Der Regen der uns bei Dover und den Beatsteaks begleitete, wurde langsam weniger, bis es schließlich ganz aufhörte zu regnen. Der Bad Religion Sänger begründete dies damit, dass Gott ihre Musik mochte.
Nachdem Bad Religion ihren Gig beendet hatten gingen Pia und ich zu Center. Dort spielte grade Judas Priest und anschließend die Toten Hosen. Wir wussten zwar beide, dass wir nicht mehr vorne in den Wellenbrecherbereich kommen würden, aber irgendwie hofften wir es dennoch. Als wir an der Center ankamen spielte also grade Judas Priest. Oh ja, wie toll Judas Priest statt Linkin Park. Ich hätte Linkin Park wesentlich lieber gesehen. Mit Judas Priest hingegen konnte ich absolut nichts anfangen, ist halt eine andere Generation. Naja ich denke, das manche Parkrocker lieber Judas Priest und andere lieber Linkin Park sehen wollten und beim Ring ist’s genauso die einen wollen Linkin Park, die anderen Judas Priest sehen. Ist halt alles eine Frage des Geschmacks. Jedenfalls standen während des Auftritts von JP schon jede Menge Leute vor dem abgetrennten Wellenbrecherbereich um dort noch hineinzukommen. Doch die Secs ließen niemanden mehr hinein. Im Gegenteil, die Menge sollte nicht so vorne gegen den Wellenbrecherbereich drücken und ein Stück zurückgehen. Das war bloß gar nicht so einfach, denn die Leute die hinter uns standen bewegten sich keinen Millimeter. Doch daraufhin gingen die Secs nicht ein und schnauzten ziemlich rum. Irgendwann sind Pia und ich dort weggegangen, da uns bewusst war, das dort heute gewiss niemand mehr reingelassen werden würde. So gingen wir ein Stück weiter nach hinten. Immerhin gab es wenigstens Leinwände, da wir bei unserer Größe von der Bühne überhaupt nichts mehr sahen.
Mit einer Viertelstunde Verspätung kamen die Toten Hosen dann um 21.15 Uhr auf die Bühne. Was dann folgte war der pure Horror! Los ging es mit hier kommt Alex. Die Masse setzte sich in Bewegung und es gab kein halten mehr. Mit meiner Größe und meine Gewichte hatte ich absolut keine Chance, da lag ich auch schon das erste mal auf dem Boden. Um mich herum die Masse in Bewegung und panisch stand ich so schnell es ging auf. Pia hatte dasselbe Problem wie ich und uns wurde klar, dass wir hier sofort rausmussten. Doch das war gar nicht so einfach. Immer wieder war ich kurz vorm fallen oder wurde während des Sturzes von irgendwem aufgefangen. Ich hoffte so auf eine Ansage nach dem 1. Lied, doch es ging ohne Unterbrechung weiter. Nach drei Songs hatten wir uns endlich aus der Masse herausgekämpft (man muss dazu sagen, dass wir noch nicht mal mittendrin standen, sondern schon relativ nahe am Rand. Aber 10-15 m können ein verdammt langer Weg sein). Vorher hatte ich noch drei mal den Boden gegrüßt und war zig mal kurz davor. Und als wir am Rand ein bisschen Abseits standen, kam endlich eine Ansage. Für Pia und mich ein bisschen spät. Den Rest des Konzertes und damit Songs wie 10 kleine Jägermeister, Bayern, eisgekühlter Bommerlunder, alles wird vorübergehen, steh auf wenn du am Boden bist, should I stay or should I go, nur zu besuch, pushed again und alles nur aus Liebe sahen wir dann ein bisschen abseits der Masse von der Leinwand aus. Toll war es, dass der Sänger von Bad Religion zusammen mit Campino raise your voice sang, ein Lied das vor Ewigkeiten einmal gemeinsam aufgenommen wurde. Und da nun beide am selben Tag auf dem selben Festival spielten, war die Gelegenheit es zu performen perfekt. Und noch ein anderer Gast fand sich auf der Centerstage während des DTH Gigs ein, nämlich der Donots-Sänger der Campino für das Lied wünsch dir was ablöste. Dann gingen die Hosen das erste mal von der Bühne. Die ersten Leute gingen, doch als dann die Band wieder auf der Bühne stand blieben sie dann doch noch. Die Hosen spielten einige Songs und gingen erneut von der Bühne. Dann sind Pia und ich gegangen, obwohl wir noch mitbekamen, dass der Auftritt noch immer nicht beendet war sondern sich die Hosen erneut auf der Bühne einfanden. Doch bevor DTH auf der Bühne standen, wurde ein Plan auf der Leinwand eingeblendet, wo abzulesen war, welchen Ausgang man benutzen sollte je nachdem wo man anschließend hin wollte. Das fand ich eigentlich eine ganz gute Idee um Chaos auf den Wegen zu vermeiden, allerdings kann ich nicht sagen, ob sich die Leute an den Plan gehalten haben oder nicht. Unser Ziel war das Wohnmobil, ich war vollkommen k.o. und mir tat jeder einzelne Knochen weh – Pia ging es da nicht anders. Ich muss zugeben, dass ich 2003 wirklich eine bessere Kondition hatte.
Zurück am Wohnmobil aßen wir noch unsere Cornflakes und hauten uns ins Bett. Ich war übrigens heilfroh, dass die Center dieses Jahr auf dem Zeppelinfeld war und nicht im Stadion. Ich weiß nicht wie es sonst bei den Toten Hosen abgelaufen wäre.


Der nächste Morgen kam und ich war mal wieder viel früher als Pia wach. Es regnete in Strömen und so fehlte selbst mir die Motivation aufzustehen. So stand ich erst auf, als Pia wach wurde (also so gegen Mittag). Ich ging duschen und als ich damit fertig war, bewegte auch Pia ihren Luxuskörper. Während Pia unter der Dusche stand hab ich schon mal unser Frühstück vorbereitet. Nach dem Frühstück suchten wir unsere Sachen zusammen. Neben dem üblichen Tasche mit Getränken etc packen zauberten wir uns zusätzlich aus zwei Müllsäcken einen „Regenrock“ und einen „Regenhut“ halt damit die Hose und die Haare nicht total nass werden (zu dem Zeitpunkt hat es wirklich gegossen ohne Ende).
Als wir uns dann auf den Weg zur Center machten hörte es auf zu regnen. Da konnten wir unsere tollen Regenhüte vom Kopf nehmen.
Auf der Center sollten Tape den Tag eröffnen. Tja was soll ich zu Tape sagen? Die haben eine Sängerin! Und zusätzlich kannte ich nur ein Lied von denen. Ich hoffte nur auf einen kurzen Auftritt und freute mich auf Seether. Doch vorher mussten ja noch Tape spielen. Die ganze Band stand bereits auf der Bühne bis auf die Sängerin. Da sagte Pia zu mir: „Die muss sich sicherlich noch aufdonnern.“ Und Pia hatte Recht. Kurze Zeit später fand sich auch die Sängerin auf der Bühne ein. Mit einem Minirock der mehr zeigte als verdeckte und auch sonst fett aufgebrezelt. Ach du scheiße, auf Ohren zu hatte ich mich ja bereits eingestellt, aber mein neues Motto hieß: Augen & Ohren zu und durch. Nach einem mir ewig vorkommenden Auftritt, der für die männlichen Anwesenden sicherlich ein Augenschmaus war (wie war das noch gleich, Sex sells?!) spielten dann Seether.
Seether spielten u.a. broken wofür extra die Evanescence Sängerin auf die Bühne kam. Da sind zwei Mädels neben uns voll ausgerastet. Sofort holten sie ihre ach so tollen Fotohandys aus der Tasche und versuchte die Sängerin zu fotografieren und immer wieder hörte man stolze Sätze wie „Ich hab sie, ich hab sie! Guck mal hier.“
Auch zu H-Blockx (die u.a. leave me alone, the power und ring of fire spielten) und Machinehead (spielten u.a. the blood the sweat the tears und descend the shades of night) waren wir bei der Center. Anschließend ging es zur Alterna, wo wir noch den Schluß von Phoenix sahen (hat sich gar nicht mal schlecht angehört – im Gegenteil).
Zu Starsailor wollte ich dann möglichst weit nach vorne. So kämpften wir uns bis in die 3./4. Reihe vor. Da sah ich einen Typ in der 1. Reihe stehen, den wir bereits gestern vor der Alterna getroffen haben. Ich fragte ihn, ob ich zu ihm nach vorn darf. Er bejahte das und eine Gruppe von Frauen so im Alter von um die 25 schauten ziemlich seltsam drein. Eine fragte dann den Typen, ob wir zusammen wären und er antwortete nur: „Nein, aber ich bin ja ein sozialer Mensch.“ Das war zu viel für die Mädels. Der Typ kannte mich nicht einmal und ließ mich nach vorne in die 1. Reihe. Sechs Augenpaare schauten mich hasserfüllt an. Wenn Blicke töten könnten...ich konnte sie ja auch irgendwie verstehen, ich kam frisch zur Alterna und stand in der 1. Reihe und die standen schon länger und mussten sich mit der 2. Reihe zufrieden geben. Pia äusserte sich, dass sie bei der nächsten Gelegenheit mal eine Örtlichkeit aufsuchen müsste.
Mit poor misguided fool starteten Starsailor schließlich. Und es folgten Lieder wie four to the floor, alcoholic, tie up my hands und silence is easy. Das es regnete störte niemanden. Und als jemand gesagt hat, dass der Bass zu laut ist (das war er wirklich) hat der Sänger James gesagt, dass der Bass niemals zu laut ist da James (Bassist) nie zu laut eingestellt sein kann. Das Wortspiel mit den Namen haben glaube ich nur die wenigsten verstanden, da sie nicht wussten, dass der Sänger und der Bassist beide James heißen.
Ursprünglich war es so geplant, dass Pia und ich uns noch Wir sind Helden und Sportfreunde Stiller ansehen wollten. Doch auch meine Blase hatte sich bereits während Starsailor deutlich bemerkbar gemacht. So fragte ich Pia in der Umbaupause, ob wir nicht grade auf’s Klo wollten und dann wieder hierher. Ich musste weder die Helden noch die Sporties aus der 1. Reihe sehen. Doch Pia hatte ihre volle Blase grade erfolgreich verdrängt, also sagte ich ihr, dass ich eben gehe und wir uns später ganz hinten auf der Wiese irgendwo treffen. Zur Not hatten wir ja noch die Handys. So ließ ich mich nun von einem Sec vorne rausheben. Dummerweise hatte ich nicht dran gedacht, dass Pia ja meine Karte hatte und ich somit später gar nicht zurück zur Alterna konnte. Inzwischen war übrigens bei der Alterna die Hölle los, es wurde gedrückt, gequetscht und gedrängelt bis zum geht nicht mehr. Alle warteten auf Wir sind Helden und die Sporties. Und das nur weil es dieses Jahr dort keine Leinwände gab. So wollte jeder nur möglichst weit nach vorne um was zu sehen. Ich hoffe das 2005 wieder Leinwände bei der Alterna sein werden, dass wäre auf jeden Fall sehr vernünftig.
Auf dem schnellsten Wege ging ich zu den Dixis. Doch als ich die gesehen hatte (es war immerhin schon Samstag sprich sie wurden bereits Donnerstag, Freitag und Samstag in Mitleidenschaft gezogen), da überlegte ich es mir doch schnell anders. Büsche sollen ja auch Vorteile haben. Doch direkt am Wegesrand wollte ich dann auch nicht. Da ich wusste wo eine geeignete Stelle war machte ich mich sofort auf den Weg. Da klingelte mein Handy, Pia war dran, sie stand vor der Alterna und wartete auf mich. Argh, also los Kommando zurück. Pia war eingefallen, dass sie die Karten hatte und ihre Blase sich wieder meldete. Zusammen sind wir dann auf dem schnellsten Weg zum Wohnmobil. Dort hielten wir uns noch eine Weile auf, ehe wir zurück zum Festivalgelände gingen. Wir gingen direkt zur Center, wo Evanescence glücklicherweise ihren Auftritt bereits beendet hatten.
Da wir den gestrigen Abend noch nicht vergessen hatten, stellten wir uns gleich an den Rand von wo wir einen guten Blick auf die Leinwand hatten. Gleich zu Anfang des KoRn Gigs wurde von irgendwelchen Idioten Becher durch die Gegend geworfen. War klar, dass ich bei meinem Glück so ein Teil natürlich voll an den Kopf bekommen habe. Daraufhin dröhnte mein Schädel dermaßen, dass ich mir erst mal bei den Sanis eine Paracetanol abgeholt hatte. Dann ging es zurück zu Pia und wir schauten uns den Rest des KoRn Gigs an. Meiner Meinung nach, hätten KoRn um einiges länger spielen müssen. Ich weiß zwar nicht wie lange sie gespielt haben, aber es war definitiv zu kurz vor allem dafür das sie Headliner waren. Dadurch das der Sänger nach jedem Lied kurz hinter der Bühne verschwand ging auch noch mal was an Zeit drauf. Ansonsten fand ich den Auftritt ok. Nach KoRn kam dann wie auch schon am Freitag auf der Leinwand ein Plan. Pia und ich entschlossen uns noch ins Talent Forum zu gehen. Na gut, Pia entschied es so, wegen mir hätten wir auch zum Wohnmobil gehen können, denn mir tat wieder alles weh.
Nunja im Talent Forum haben wir dann noch ein bisschen was von The Datsuns gesehen aber die waren irgendwie überhaupt nicht mein Fall (aber immerhin noch besser wie Dover oder Tape).Trotzdem war ich froh, als die Ansage „This is our last Song“ kam. Doch das war noch nicht das letzte Lied. Die Herren kamen sich wohl extrem lustig dabei vor. Pia merkte das meine Stimmung sank und sagte, dass sie nur ein paar Lieder von Danko Jones sehen wollte. Mir war schon klar, dass sie im Grunde nur auf ein einziges Lied wartete nämlich I want you.
Dann kam die Umbaupause zu Danko Jones. Wir setzten uns auf den Boden und zwei Typen setzten sich zu uns und laberten uns dicht, wie schön doch jetzt eine Massage wäre. Irgendwie schienen sie nicht zu kapieren das wir garantiert die letzten waren die Bock hatten wen zu massieren. Sie wiederholten ihren Satz zig mal. Manno, das hatte echt genervt. Pia kramte daraufhin ihr RiP Heft vor und meinte wir hätten uns mal Max Herre anschauen sollen, der wäre was für’s Auge gewesen. Puh, guter Themenwechsel ich ging also darauf ein. Wir bemühten uns die Typen zu ignorieren und tatsächlich irgendwann hörten sie mit dieser billigen Anmache auf.
Dann endlich kam Danko Jones auf die Bühne. Und eines muss man ihm ja wirklich lassen, dieser Mann geht echt ab! Trotzdem war ich einfach nur am Ende mit meinen Kräften. Und auch nach ein paar Lieder wurde immer noch nicht I want you gespielt. Da sagte Pia das wir jetzt gehen können. Jaaa, sehr gerne sogar!
Zurück beim Wohnmobil haben wir noch eine Portion Cornflakes (Cornflakes das Hauptnahrungsmittel bei RiP für uns) gegessen und sind dann schlafen gegangen. Wobei es genau wie gestern eine Qual war, in die Schlafkabine zu klettern.


Der Sonntag wurde dann der kürzeste Tag, 4Lyn würden für uns das Abschlusskonzert geben.
Doch vorher fing es mit Lost Prophets auf der Center an. Da ich, wie bei vielen Auftritten, Ohrstöpsel im Ohr hatte, dachte ich zuerst, dass Lost Prophets genau so einen beschissenen Sound hätten wir Bad Religion ihn hatten. Doch als Pia mir sagte, dass ich mal die Ohrstöpsel rausnehmen sollte, merkte ich, dass es in diesem Fall nur an den Ohrstöpseln lag. Die Stimme des Sängers war nun super zu hören. Und bevor du dich jetzt fragst, ob es bei Bad Religion dasselbe Spielchen gewesen sein könnte muss ich dies verneinen, da ich bei Bad Religion keine Ohrstöpsel drinne hatte. Ansonsten fand ich den Auftritt von Lost Prophets ok, er war jetzt nicht super geil, aber auch nicht grottenschlecht.
Nach Lost Prophets spielten Jet auf der Center. Pia und ich kannten beide nur are you gonna be my girl (was auch gespielt wurde). Ich fand den Auftritt nicht so toll, die Band wirkte auf mich irgendwie ein bisschen lustlos und es war auch nicht so ganz meine Musik die sie spielten.
Dafür freute ich mich umso mehr auf 3 Doors down die nach Jet spielten. 3DD ist echt eine klasse Band, ihre Zusage zu Rock im Park hat mich richtig gefreut und ich wurde auch nicht enttäuscht. Mit einem bunten Mix von den beiden Alben The better life und away from the sun konnten sie gut überzeugen. Sie haben u.a. here without you, when I’m gone, Kryptonite, loser, duck and run und away from the sun gespielt.
Nach 3 doors down spielten Nickelback auf der Center, aber zeitgleich spielten 4Lyn im Talent Forum und auch wenn ich Nickelback gerne gesehen hätte, so hatte 4Lyn Vorrang. So gingen wir zum Talent Forum. Es war komisch zu wissen, dass Rock im Park für mich gleich schon zu Ende sein würde. 4Lyn waren wie auch schon Static-X vollkommen überqualifiziert für ihren Platz. Der 2. Slot im Talent Forum mit einer halben Stunde Spielzeit...nee wer ist nur auf so eine dumme Idee gekommen? Naja ließ sich ja auch nicht ändern. 4Lyn rockten jedenfalls das Forum! Mit songs wie lyn, whooo, kisses of a strobelight und take it as a compliment war es einfach nur genial.

Tja und damit war Rock im Park auch schon vorbei!
Fazit:
- Bandmässig fand ich 2003 besser
- Leutemässig fand ich 2004 besser
- Und für 2005 brauche ich unbedingt eine bessere Kondition Smile
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